Bericht
aus "Bild der Frau" - Ausgabe 18/2009

Zum Öffnen der pdf-Datei auf das Bild klicken
Bericht
aus der Zevener-Zeitung vom 07. März 2009
Justin strahlt über das ganze Gesicht. Der Sechsjährige
hat nicht nur ein einnehmendes Wesen, sondern eine geradezu entwaffnend
positive Ausstrahlung. "Er ist ein fröhliches Kerlchen", bestätigt
seine Mutter Anja Bischoff.
Das ist umso erstaunlicher vor dem Hintergrund, dass Justin
von Geburt an eine schwere Last zu tragen hat. Er ist ein
"Frühchen", musste in der 25. Schwangerschafts-Woche per
Notkaiserschnitt zur Welt gebracht werden: Komplikationen mit schwerwiegenden
Folgen für den Jungen.
Er kann schlecht sehen, leidet unter einer Spastik auf der
der linken Körperseite und kann nicht richtig laufen, weil er Spitzfüße
hat, zählt seine Mutter auf. Ohne die Hilfe von Orthesen sei das Gehen für
ihn nicht möglich. Mit anderen Worten: Ihr kleiner Sohn, der im April seinen
7. Geburtstag feiert, ist zumeist auf den Rollstuhl angewiesen.
Damit nicht genug: Justins Entwicklung hat sich um etwa
eineinhalb Jahre verzögert. Und in der nächsten Woche muss er sich einer
Augenmuskel-Operation unterziehen. Erschwerend kommt zunehmend hinzu, dass
Justin altersbedingt merkt, dass er sich nicht so frei und unbeschwert bewegen
kann wie die meisten seiner Mitmenschen.
Im Gegenteil: Justin ist zu Hause quasi rund um die Uhr auf
Hilfe angewiesen, "wenn er nicht gerade in der Schule ist", wie Anja
Bischoff erklärt. Seit Sommer 2008 besucht Justin die "Elfenwiese"
in Hamburg-Harburg, eine Ganztagsschule für körperbehinderte Menschen.
Dort ist therapeutisches Schwimmen, Krankengymnastik und
"viel Training für seine linke Hand" möglich, wie Anja Bischoff
erwähnt, die lange um eine Aufnahme ihres Sohnes in der Einrichtung gekämpft
hat.
Und doch hat sie einen Herzenswunsch: "Mein Ziel ist
es, dass Justin den Rollstuhl irgendwann nicht mehr braucht" der
Sechsjährige selbstständiger werden kann und weniger auf Hilfe von außen
angewiesen ist. Große Hoffnung setzt sie daher ebenso wie ihr Ehemann
Christoph und der Rest der Familie auf eine Delphin-Therapie für Justin.
Bekannt dafür sind Einrichtungen etwa im US-Bundesstaat
Florida. Doch dort dauert eine Therapie nach den Worten von Anja Bischoff nur
wenige Tage. Sie sei zudem sehr teuer und bedeute angesichts der weiten An-
und Rückreise wohl "Stress pur", den sie ihrem Sohn nicht zumuten
möchte.
Eine günstigere und etwa zweiwöchige Variante der
Delphin-Therapie werde in Kemer in der Türkei angeboten. Die Krankenkasse
übernimmt dafür keine Kosten, wie Anja Bischoff ohne Groll feststellt. Sie
selbst könne es sich finanziell nicht leisten, möchte ihrem Sohn die
Therapie aber dennoch gern ermöglichen- und bittet daher um Unterstützung.
Damit Justin die linke Hand hoffentlich bald besser bewegen kann, beim Laufen
Fortschritte macht und; weiterhin Grund hat, fröhlich zu sein.
Zum Thema
Eine Delphin-Therapie für den kleinen Justin aus Rhade in
Begleitung Familie zu der neben Christoph Bischoff auch der zehnjährige
Phillip und die zweijährige Leonie-Lisa gehören kosten nach Angaben seiner
Mutter Anja inklusive des Fluges für fünf Personen voraussichtlich rund 9300
Euro.
Die Therapie im türkischen Kemer nehme elf Tage in
Anspruch. Hinzu kommt je ein Tag für die An- und Abreise, ein Tag des
Kennenlernens und zwischendurch ein Tag zur Erholung. So bleibe die Familie 15
Tage in dem Ort, an dem die Organisation "Kids and Dolfins" tätig
ist.
Beiträge im Fernsehen und eine Recherche mit vielen
positiven Berichten im Internet haben die Familie Bischoff in der Ansicht
bestärkt, dass die Delphin-Therapie für den sechsjährigen Justin hilfreich
sein kann.
Eine Teilnahme wäre vom 26. Juni bis 10. Juli möglich. Bis
Ende März wird das Angebot in der Türkei für Justin und Familie
offengehalten. Bis dahin, so hofft Anja Bischoff, habe sie die nötige
finanzielle Unterstützung beisammen.
Wer mit einer Spende dazu beitragen möchte, kann sich
direkt an Familie Bischoff in Rhade wenden und sich bei Bedarf näher
informieren.
|